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"Die andere Seite" zum Lehrerdienstrecht

Brief des B-SGA - PDF

Brief eines BMHS-Lehers an die Abgeordneten zum Nationalrat:

An die Abgeordneten des Nationalrats

Sehr geehrte Damen und Herren

Im Vertrauen darauf, dass Sie ebenso wie ich Demokratie auch so verstehen, dass Mitsprache erwünscht und notwendig ist, ersuche ich Sie, diese wenigen Zeilen zum LehrerInnendienstrecht zu lesen und in Ihrem Abstimmungsverhalten zu berücksichtigen. Mein Thema wird wahrscheinlich etwas abweichen von vielen anderen Zusendungen, die Sie in diesen Tagen erhalten, schlägt aber in dieselbe Kerbe:

Mehrarbeit und Arbeitnehmerschutz

Vorab eine Kurzfassung, im Anschluss eine ausführlichere Begründung:

  • Die Mehrarbeit von 2-6 mehr Stunden im Klassenunterricht (je nach LVG) bedeutet wöchentliche Mehrarbeit im doppelten Ausmaß: 4-12 Stunden.
  • Es wird nicht mehr Zeit mit den Schülern verbracht, sondern anteilsmäßig weniger Zeit mit mehr Schülern.
  • Der Lehrerberuf hat eine Burnoutgefährdung zwischen 25 und 30% - mehr Schüler zu unterrichten bei gleichzeitig steigenden Erwartungen an die PädogogInnen ist ein Mix, der die Burnoutgefährdung stark erhöht.
  • Das neue LehrerInnendienstrecht ist daher ein Anschlag auf unsere Gesundheit – leider gelten für unseren Berufsstand keine Arbeitnehmerschutzbedingungen. Dürfen wir deshalb rücksichtslos verheizt werden?


Langfassung:

In den Medien wird immer gesagt, dass es ja nur um wenige Stunden Mehrarbeit gehe. Dagegen hätte ich prinzipiell nicht einmal etwas einzuwenden, wenn dem so wäre. Jedoch wird die Arbeitszeit der LehrerInnen nicht nach Stunden, sondern in Werteinheiten bemessen, wobei eine Werteinheit ca. 2 Stunden (je nach Lehrverpflichtungsgruppe etwas mehr oder weniger) sind, von denen eine in der Klasse verbracht wird, der Rest mit Vorbereitung, Verbesserungen und administrativen Tätigkeiten ausgefüllt wird. 20 Werteinheiten sind eine volle Lehrverpflichtung – die Aussage LehrerInnen würden nur 20 Stunden arbeiten, wie es in der breiten Bevölkerung ankommt, ist falsch. Es sind de facto 40 Stunden, bei engagierten LehrerInnen deutlich mehr, bei weniger engagierten jedoch auch weniger. Tatsache ist nun, dass eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung von 20 auf 24 Stunden, im Mittel 8 Stunden Mehrarbeit bedeutet, so dass uns eine 48 Stunden Woche zugemutet wird.

Dazu ergänze ich, dass die Burnout-Quote in unserem Beruf bereits sehr hoch ist – burnoutgefährdet sind in meiner Altersgruppe (zw. 40 und 50) jede vierte Lehrkraft, über 50 jede dritte. Burnout ist eine emotionale Erschöpfungsdepression, die besonders häufig dort auftritt, wo hohe soziale Verantwortung gefordert ist. Ich muss derzeit etwa 200 SchülerInnen kennen, und mich so auf sie einstellen können, dass ich sie optimal und individuell fördern kann. Das ist eine hohe emotionale Belastung, da die Zusammensetzung zudem auch jedes Jahr wechselt – ich also sowohl Abschiede als auch Neuzugänge verarbeiten muss.

Eine erhöhte Unterrichtsverpflichtung, bedeutet nicht, mehr Zeit mit denselben SchülerInnen zu verbringen, sondern mehr Schüler zu unterrichten, wobei die Betreuungsqualität zwangsläufig sinken muss, die Erwartungshaltung an uns als PädagogInnen jedoch stetig steigt (z.B. kompetenzorientierte Lehrpläne, oder das ständige Vergleichen in PISA-Tests und anderen Studien). Das ist die Mischung, die Burnout hervorruft, weshalb dieses neue Dienstrecht einen Anschlag auf die Gesundheit der Lehrkräfte darstellt.

Ich habe folgende Bitten an Sie:

  • Setzen Sie sich dafür ein, dass Arbeitnehmerschutz auch für Bundesbedienstete gilt (das ist derzeit nicht der Fall).
  • Setzen Sie sich dafür ein, dass der Anteil der Ausgaben für Bildung am BIP nicht weiter gekürzt, sondern auf den Durchschnitt der OECD-Länder angehoben wird.
  • Stimmen Sie gegen den vorgelegten Dienstrechtsentwurf, der nicht in der Lage ist, das Niveau der Bildung zu verbessern, sondern es deutlich verschlechtern wird.


Bildung ist Investition in die Zukunft – Wer hier spart, spart am falschen Platz. Bildungsreformen können nicht mit Sparmaßnahmen begonnen werden, sondern mit ambitionierten Zielen, welche die Qualität und den Nutzen für die junge Generation im Blick haben.

Ich bedanke mich für Ihre Geduld, mit der Sie diese Zeilen gelesen habe und erhoffe mir von Ihnen, dass Sie mithelfen, den gesundheitlichen Raubbau am Lehrpersonal zu verhindern und für eine ambitionierte Bildungsreform eintreten, die wirkliche und nachhaltige Verbesserungen bringt.

Hochachtungsvoll

Ing. Alexander Basnar

Diplomierter Trainer für Erwachsenenbildung,
seit Herbst Lehrer an einer BMHS
davor 25 Jahre in der Privatwirtschaft in teils leitender Funktion

 

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