Gesellschaft

 

Jede Gesellschaft braucht für das Zusammenleben ihrer Bürger allseits anerkannte und res-pektierte Grundsätze. Im Laufe von Jahrhunderten geformt, haben  sie für alle Bereiche der Gesellschaft Gültigkeit. Europa und Österreich mit ihm wurde von der christlichen Religion, von deren Moral und Ethik geformt, die Menschenrechte,  die Gleichwertigkeit von Mann und Frau, das spezifische soziale Denken und Handeln u. a. m. konnte sich daraus entwickeln.

Grundsätze menschlichen Zusammenlebens

Diese Grundsätze garantieren bei konsequenter Umsetzung das Höchstmaß an Freiheit für den Menschen im Rahmen einer Gemeinschaft, die ihrerseits Regeln für das tägliche Zusam-menleben in allen Bereichen vorgibt. Diese Grundsätze sind:

Die Personalität: Sie  definiert  die Gleichheit  des Menschen in seiner Würde vor Gott, seine Individualität und  Freiheit, begrenzt nur durch das Wohl des Anderen und durch das Ge-meinwohl.

Die Solidarität: Sie verpflichtet die Person und die Gemeinschaft zu wechselseitiger Unter-stützung und ist das soziale Ordnungsprinzip für die Institutionen untereinander wie auch  zum Individuum.

Die Subsidiarität: Sie fixiert, ausgehend von der kleinsten Einheit, z. B. der Familie oder der Gemeinde,  die  Zuständigkeiten für Aufgaben im Gemeinwesen nach Zweckmäßigkeit und Sinnhaftigkeit.

Das Gemeinwohl: Es soll allen Menschen ein volles bzw. leichteres Erreichen der eigenen Vollendung ermöglichen  und stellt gleichzeitig die Existenzberechtigung für  den Staat dar. Das Gemeinwohl  ist sowohl das Recht jeder Person  wie auch die Pflicht zur Teilnahme für jeden Menschen.


Grundsätze menschlichen Zusammenlebens
Die obersten Grundsätze im Detail:

1. Personalität

Jeder Mensch ist von Gott einzigartig geschaffen, gleich ist er in seiner unantastbaren Würde als Abbild Gottes. Als Person ist jedem Menschen die Verantwortung für ein selbstbestimm-tes Leben geschenkt worden. Mann und Frau, gleichwertig in Würde und Person, haben aber auch die Verantwortung über die Welt. Diese Verantwortung steht gegen die Freiheit zur willkürlichen und egoistischen Ausbeutung. Auch darf der Mensch zur Realisierung wirt-schaftlicher, sozialer oder politischer Ziele nicht instrumentalisiert werden. Die menschliche Arbeit ist wegen des aufzuwendenden persönlichen Einsatzes, Fleißes und der Intelligenz der prioritäre Faktor im Wirtschaftsprozess und deshalb hauptsächliche Wirkursache im Rahmen der so genannten „Produktionsfaktoren“. Ihr gebührt angemessene Berücksichtigung im Wirtschaftsleben
Zur vollen Entfaltung seiner Sozialnatur gelangt der Mensch in der Gemeinschaft. Im Ge-meinwohl und im Wohl des Anderen, der immer Person ist, findet die Freiheit des Menschen seine Grenze.

2. Solidarität

Das Prinzip der Solidarität gilt im Verhältnis von Person zu Person, von der Person zur Ge-sellschaft und vor allem als soziales Ordnungsprinzip der Institutionen. Sie definiert die Ver-pflichtung des Einzelnen, sich voll für das Wohl des Anderen einzusetzen, sich aber auch seiner Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft, der er angehört, voll bewusst zu sein. Inso-fern verpflichtet z. B. das Eigentum, weil es vom Eigentümer einer gerechten Verwendung zugeführt werden muss wie zur Versorgung der Familie, der Verpflichtung zur „Caritas“, also auch für den Nächsten, aber auch investive Verwendung der verfügbaren Mittel zum eigenen Nutzen sowie der Gemeinschaft.

Als soziales Ordnungsprinzip der Institutionen zielt sie auf die Schaffung angemessener Strukturen der Solidarität und verpflichtet die Gemeinschaft zu diesbezüglichen Normierungen.

Das Recht der Koalitionsfreiheit, also des Zusammenschlusses von Arbeitgebern und Arbeit-nehmern in Interessenvereinigungen, ist nicht nur Menschenrecht, sondern vor allem Aus-druck des Prinzips der Solidarität.

3. Subsidiarität

Nach dem Prinzip der Eigenleistung haben Person und kleinere Gemeinschaft ihren Beitrag zur materiellen Güterversorgung eigenverantwortlich zu leisten. Nach dem Prinzip der Hilfe-leistung – subsiduum – hat die größere Gemeinschaft unterstützend einzugreifen, wenn die kleinere Gemeinschaft/die Person nicht mehr dazu in der Lage ist.

Dies impliziert, dass die größere Gemeinschaft alles zu unterlassen hat, was die Gestal-tungsmöglichkeiten der kleineren Gemeinschaft faktisch einschränkt. Gemäß dem Prinzip der austeilenden Gerechtigkeit – Justitia distributiva -  darf die größere Gemeinschaft den dezentralen Einheiten den ihr zustehende Handlungsspielraum nicht unbotmäßig eingren-zen. Die starke Präsenz des Staates in Form der Zentralisierung, der Bürokratisierung, des Wohlfahrtsstaates u. ä. steht gegen dieses Prinzip und entbehrt damit jeder Rechtfertigung.

Dennoch sind Situationen denkbar, in denen jedes Gemeinwesen die Wirtschaft fördern muss, um entstandene Ungleichheiten wieder in einen Zustand größerer Gleichheit zu führen – jedoch nur auf Basis strikter Notwendigkeit und temporärer Beschränkung. In jedem Ein-zelfall ist streng zu prüfen, ob die größere Gemeinschaft tatsächlich besser dazu in der Lage ist, die an sie herangetragenen oder von der untergeordneten Einheit übernommenen wirt-schaftlichen Probleme zu lösen.

4. Gemeinwohl

Mit Gemeinwohl wird die Gesamtheit jener Bedingungen des gesellschaftlichen Lebens be-zeichnet, die sowohl den Gruppen als auch den einzelnen Mitgliedern ein volles bzw. leich-teres Erreichen der eigenen Vollendung ermöglichen sollen. Es ist Pflicht und Recht aller Mit-glieder, an seiner Verwirklichung mitzuarbeiten; Pflicht, weil jede Person die ihr anvertrauten Talente entfalten und in den Dienst an der Gemeinschaft einbringen soll, Recht, weil weder eine andere Person noch der Staat ihr die Teilhabe am Gemeinwohl verwehren darf. Den konkreten Inhalt des Gemeinwohls darf der Staat niemals festlegen, da ansonsten ein Ab-gleiten in den Totalitarismus droht, der die Teilhabe des Einzelnen am Gemeinwohl verwirkt. Die Verwirklichung des Gemeinwohls ist somit Verantwortung für den Staat, weil das Ge-meinwohl seine Daseinsberechtigung ist.

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