Gentechnik

 

Allgemeines

Als Gentechnik bezeichnet man jene Methoden und Verfahren der  Biotechnologie, welche auf den Kenntnissen der Molekularbiologie und  Genetik aufbauen und gezielte Eingriffe in das Erbgut (Genom) und damit  in die biochemischen Steuerungsvorgänge von Lebewesen bzw. viraler Genome ermöglichen. Obwohl es große Gemeinsamkeiten zwischen den  verwendeten Methoden gibt, wird häufig nach Anwendungsbereich in grüne,  rote und weiße/graue Gentechnik differenziert:

Grüne Gentechnik bzw. Agrogentechnik: Anwendung bei Pflanzen die ohne Düngung, Herbi-zide und Insektizide ertragreich kultiviert werden können, selbst in unwirklichen Regionen. Es sollen Pflanzen entwickelt werden, die ein Maximum an nutzbaren Rohstoffen produzie-ren und außerdem beim Anbau weniger Raum und Chemie benötigen und daher umweltverträglicher sind.

Rote Gentechnik: Anwendung bei Organismen mit rotem Blut (Wirbeltiere) oder Zellen aus diesen Organismen, in de Medizin und Pharmazeutik  

Weiße/Graue Gentechnik: Anwendung bei Industrieprozessen, grau als Untergruppe speziell in der Abfallwirtschaft  

Wertung:

Grüne, weiße (graue) und rote Gentechnik werfen die gleiche Problematik auf, sie stellen Eingriffe in die Natur von Leben dar. Generell ist festzuhalten, dass Patente auf Leben ethisch verwerflich sind, dem Konzept  des gewerblichen Rechtschutzes widersprechen und Rechte gewähren, die weit über die tatsächliche Leistung des Erfinders hinausgehen. Mit einigen wenigen Ausnahmen, z. B. Hormonbildung oder der Bakterien in der Abfallwirtschaft können wir die Gentechnik nicht befürworten.

1. Grüne Gentechnik

Die von den Konzernen angeführten Motive für den Gentechnikeinsatz – Bekämpfung des Welthungers, Resistenzverbesserung gegenüber Schädlingen, weniger Pestizid- und Herbi-zideinsatz sowie Produktionssteigerung – wurden im Wesentlichen bereits widerlegt:

- Das Argument der Bekämpfung des Welthungers sticht nicht, weil dies kein Mengen-, sondern ein Geld-, Macht- und Verteilungsproblem ist. In der Welt werden nicht zu wenig Nahrungsmittel erzeugt, sondern es gibt gravierende Defizite bei den Zugängen zur und der Verteilung von Nahrung. Dies zu ändern wäre prioritär. Erschwerend kommt  hinzu, dass die Gentechnik wegen billiger Massenproduktion (Monokulturen) auch die Armut in der dritten Welt fördert sowie soziale und volkswirtschaftliche Spannungen schürt.

- Die Verbesserung der Resistenz gegenüber Schädlingen wurde zwar nachgewiesen, doch ist dies allein nicht maßgeblich. Eine Fülle von Risiken steht diesem einen Vorteil gegenüber. Neben der Gefahr für das natürliche ökologische  Gleichgewicht von Schäd-lingen und Nützlingen und damit für die Artenvielfalt  gibt es Hinweise auf das Entstehen resistenter Pflanzen und Insekten, die damit einen neuen Gen-Kreislauf anstoßen. Über-dies werden durch die Genmanipulation  die  Bodenmikroorganismen und damit die Hu-musqualität negativ beeinflusst. Dass der Pollenflug für die gentechnikfreien Gebiete ei-ne erhebliche Gefahr darstellt, sei ebenfalls erwähnt.

- Eine Reduzierung von Pestiziden und Herbiziden kann nur als Wunschdenken bezeichnet werden. Neben der Gefahr der Resistenzbildung bei den bekannten Schadorganismen und Unkräutern wird beobachtet, dass andere Schädlinge und Unkräuter vermehrt auf-treten. Der Einsatz weiterer die Umwelt belastender Chemikalien macht die erzielten Einsparungen vielfach wieder zunichte. Verschiedene mysteriöse Krankheiten sowie das vermehrte Auftreten von Allergien führen Wissenschaftler ebenfalls auf gentechnische Veränderungen zurück.

Weitere gravierende Punkte gegen den Einsatz der grünen Gentechnik sind die Gesundheits-risiken, die Gefahr der Monopolisierung der Nahrungsmittelerzeugung und die Abhängigkeit der Konsumenten von Konzernen.

- Die Gesundheitsrisiken beim Verzehr, z. B.  durch Störung der Genetik bzw. der Darm-flora sind bislang nicht widerlegt worden. Hier hätte die Gentechnik eindeutige Gegen-beweise zu erbringen! Die Gefahr der Schädigung des Erbgutes von Mensch, Tier und Pflanze liegt also in den Händen einiger weniger multinationaler Konzerne. Überdies wä-re dem Konsumenten noch klar zu machen, dass billige Lebensmittel wegen möglicher Gesundheitsschäden ein teures Gesundheitssystem nach sich ziehen.

- Die Gefahr der Monopolisierung der Nahrungsmittelerzeugung und die direkte Abhän-gigkeit der Konsumenten sind weitere wichtige Gegenargumente. Mit dem Vordringen der Gentechnik wird die Patentierung von Pflanzen und ihrer Gene gefördert. Patente auf Nahrungsmittel  führen dann zu Ausschließlichkeitsrechten für Weltkonzerne, welche auf diesem Wege die gesamte Kette der Nahrungsmittelherstellung bis auf den Esstisch kontrollieren. Erste juristische Konflikte um die Ausübung dieser Schutzrechte in Nord-amerika dokumentieren bereits, wie künftig die Rechte der Bauern an ihrer Ernte einge-schränkt werden.

Deshalb stellt die Christliche Partei Österreichs bezüglich der Agrogentechnik nachstehende Forderungen:

Anbau- und Verfütterungsverbot von Gen-manipulierten Pflanze

Herkömmliches Saatgut darf nicht mit gentechnisch verändertem Saatgut vermischt sein, um die Gentechnikfreiheit zu gewährleisten.

Durch den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen darf keine wie immer geartete Beeinträchtigung der gentechnikfreien Landwirtschaft erfolgen.

Eine Haftungsregelung nach dem Verursacherprinzip für Schäden der durch Gentechnik veränderten Pflanzen und Produkte ist einzuführen, die Beweislast haben die Konzerne.

Leben ist keine Erfindung des Menschen und daher auch nicht patentierbar. Die dies-bezüglichen Regeln in der EU und der WTO sind daher zu revidieren.

Eine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Nahrungsmittel und Produkte ist einzuführen.

Das Prinzip der Kostenwahrheit muss verankert werden unter Einbeziehung der Sub-ventionen sowie der Schäden an Umwelt, Gesundheit, durch Raubbau udgl.

Die gentechnikfreie Landwirtschaft ist im Sinne der Bewahrung der Schöpfung umfassend zu schützen.
 

2. Rote Gentechnik

Pränatale Diagnostik: Ziel ist die Verbesserung der pränatalen Diagnostik. Sie wird Schwan-geren angeboten, die befürchten, ein krankes Kind zur Welt zu bringen. 2% aller Schwanger-schaftsabbrüche gehen auf einen negativen Befund bei der pränatalen Diagnose zurück. Durch die Verfeinerung der Analysemethoden besteht prinzipiell die Möglichkeit, dass die pränatale Diagnostik auf immer mehr Merkmale ausgedehnt wird, so dass eines Tages alles, sogar die falsche Augenfarbe als Grund für eine Abtreibung herhalten kann.

Somatische Gentherapie, eine Therapie am Herzen, versucht, Blutgefäße wachsen zu lassen Heftige Immunreaktion führte zum Tod des Patienten (Organversagen). Bei der Keimbahntherapie werden gleich nach der Zeugung Änderung an der Zygote vorge-nommen. Ein defektes Gen wird gegen ein intaktes ausgetauscht. In der Folge werden die neuen Erbanlagen an jede weitere Generation vererbt. Dabei können möglicherweise negative Genveränderungen auftreten. Bei der Körperzellentherapie  werden Gewebezellen des Kranken direkt mit „therapeutischen” Genen behandelt oder dem Patienten für die Behandlung entnommen und anschließend wieder in den Körper gebracht. Zur Körperzellentherapie wurden bereits einige klinische Versu-che durchgeführt, hauptsächlich zur Behandlung bestimmter Krebsformen und Stoffwechsel-krankheiten. Die Auswirkungen auf den Organismus sind dabei nicht beeinflussbar. Außer-dem können schädigende Nebenwirkungen durch veränderte Zellen nicht behoben werden.

Gentherapie: die aktive Veränderung von Erbsubstanz. Bei der Therapie von Körperzellen geht es um die Heilung eines Individuums, bei Eingriffen in die Keimbahn hingegen sind zu-künftige Generationen betroffen. Blut bildende Hormone: Kein Zweifel besteht bei der Nützlichkeit der Gentechnologie bei der Produktion von Hormonen, die mit herkömmlichen Methoden aufgrund ihrer sehr niedrigen Konzentration im Säugetierorganismus bisher nicht zu gewinnen waren. Beispiele sind blut-bildende Hormone.

Standpunkt der CPÖ:

Wir lehnen alle diese Eingriffe mit Ausnahme der Produktion von Hormonen ab.
 

3. Weiße/graue Gentechnik

Die Nutzung gentechnisch veränderter Mikroorganismen in der Industrie, Mikrobiologie und anderen Bereichen nennt man Weiße Gentechnik. Als Unterkategorie befasst sich die Graue Gentechnik mit dem Einsatz gentechnisch veränderter Organismen in der Umwelttechnik, z. B. Reinigung von Abwasser oder  Entgiftung von verseuchten Böden.

Resistenzen gegen Herbizide: Herbizide, dzt.über 800,sollen Unkraut auf Feldern vernichten und müssen auf die Fruchtwechselwirtschaft abgestellt sein, da sich die Pflanzen in ihren Resistenzen unterscheiden. Deshalb muss jeweils ein sehr spezifisches Pflanzengift gespritzt werden. Sollte es gelingen, alle Nutzpflanzen einer Fruchtfolge gegen das gleiche Herbizid resistent zu machen, dann könnte die Anzahl der existierenden Herbizidsorten reduziert werden. Zudem ist es ein erreichbares Ziel, biologisch abbaubare Herbizide herzustellen, die nicht mehr wie herkömmliche Herbizide unser Grundwasser verseuchen.

Mit Hilfe der Gentechnik können Pflanzen auch gegenüber tierischen Schädlingen und ge-genüber Pilzbefall resistent gemacht und der Ertrag gesteigert werden, wenn es gelänge,  sie an die jeweiligen Standorte und Witterungsbedingungen optimal anzupassen

Abfallbeseitigung: Die Bevölkerungsexplosion auf dieser Erde stellt uns auch vor das  Abfall-Problem. Vorrang muss dabei die Abfallvermeidung besitzen. In Kläranlagen werden die pri-vaten und die industriellen Abwässer durch gezielt eingesetzte Mikroben bereits gereinigt.

Die Gentechnologie könnte nun die Effektivität von Mikroorganismen verbessen, die Abfall zersetzen, evtl. auch Chemikalien, die sich noch einer biologischen Zersetzung entziehen.

Insulin aus Bakterien: Insulin ist ein wichtiges Hormon der Bauchspeicheldrüse, welches bei einer Form der Zuckerkrankheit in zu geringen Konzentrationen gebildet wird. Bis vor kur-zem wurde es aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern gewonnen, nun sollen Bakterien, in die das Insulin-Gen vom Menschen eingeführt wurde, das Hormon isolieren. Die zu erwar-tende Kostensenkung ist aber noch nicht eingetreten.

Biologische Schädlingsbekämpfung:  Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft erfolgt i. wes. durch Chemie. Alternative biologische Methoden sind prinzipiell vorzuziehen. Verschie-dene Projekte, ob die Gentechnologie zur Schwächung der Schädlinge/ Stärkung der Nütz-linge einsetzbar ist, sind in der Diskussion.

Biologische Stickstofffixierung:  Stickstoff als lebenswichtiger Baustein kann von Pflanzen nur über die Wurzeln in der Form von Nitraten oder Ammonium ausgenommen werden. Der Ertrag auf Feldern ist deshalb direkt mit der Intensität der entsprechenden Düngung verkop-pelt. Die Herstellung des Stickstoffdüngers verbraucht sehr viel Energie, die  Nitrate verseu-chen unser Trinkwasser. Manche Bakterien nehmen Stickstoff aber direkt aus der Luft auf. Die Symbiose wie z.B. bei Erbsen und Knöllchenbakterien ist nun das Ziel. Die Bakterien sol-len so verändert werden, dass sie auch mit anderen Wirtspflanzen eine Symbiose eingehen.

Standpunkt der CPÖ:

Wir lehnen alle diese Eingriffe mit Ausnahme der Produktion von Bakterien für die Abfallwirt-schaft  ab. Neue Verfahren sind jeweils im Einzelfall zu beurteilen

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