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Kirche und Gewerkschaft gegen "Tourismuszonen"
Kathpress vom 27. Mär 2017

Sonntagsöffnung: Kirche und Gewerkschaft gegen "Tourismuszonen"

Flashmob am Wiener Stephansplatz mit Abtpräses Haidinger, Gewerkschaftsvorsitzendem Brantner und Dompfarrer Faber im Vorfeld des "Internationalen Tag des freien Sonntags" am 3. März

Wien (KAP) - Ein kräftiges Zeichen für den Erhalt der Sonntagsruhe in Österreich haben Kirchen und Gewerkschaften am Freitag auf dem Wiener Stephansplatz gegeben. "Immerwährender Einsatz für den freien Sonntag ist wichtig, da die großen Handelsunternehmen und Konzerne diesen immer wieder angreifen - und nun auch unverhohlen die Wiener ÖVP", sagte Sonntagsallianz-Sprecher Franz Georg Brantner bei einem "Flashmob" zum "Internationalen Tag des freien Sonntags" am 3. März. Teilnehmende an der Aktion, bei der mit Liegestühlen für die positiven Seiten der Sonntagsruhe geworben wurde, waren u.a. Dompfarrer Toni Faber, Abtpräses Christian Haidinger und der evangelische Superintendent Hans-Jörg Lein.

Seitens der Arbeitnehmer werde die Sonntagsöffnung einhellig abgelehnt, verwies Brantner gegenüber "Kathpress" auf eine Reihe von Umfragen, die die Gewerkschaft in der Wiener Innenstadt und im Einkaufszentrum Lugner City durchgeführt habe. "Egal wo wir fragten, immer sagten weit über 95 Prozent der Betroffenen, dass sie am Sonntag nicht arbeiten wollen", so der Vorsitzende der Gewerkschaft GPA-djp für Wien. Es sei schon jetzt im Handel aufgrund der Individualisierung der Öffnungszeiten sehr schwierig, Arbeit, Familie und andere Aktivitäten etwa in Vereinen in Einklang zu bringen. Wenn die Sonntagsruhe falle, werde sich diese Situation erheblich verschärfen.

Heftige Kritik an den von der Wirtschaft und der Wiener ÖVP angepeilten "Tourismuszonen" in Wien äußerte Sonntagsallianz-Koordinatorin Gabriele Kienesberger von der Katholischen Sozialakademie Österreich (ksoe): Die Wiener Innenstadt sei nicht nur Touristen vorbehalten, sondern auch ein "Lebensraum der Wiener". Eine Sieben-Tages-Öffnung betreffe viele Branchen gleichzeitig, hätten doch damit etwa auch Sicherheitspersonal, Verkehrsbedienstete oder Reinigungskräfte ihre Rhythmen zu verändern. "Es geht nicht nur um die Verkäuferinnen, von denen viele in Teilzeit arbeiten und dann auch am Sonntag im Geschäft stehen müssen", so Kienesberger.

Der "Internationale Tag des freien Sonntags" am 3. März erinnert an den römischen Kaiser Konstantin, der an diesem Tag des Jahres 321 durch ein Edikt den "dies solis" zum verpflichtenden Feiertag für alle erklärte. Die von der Wiener ÖVP geforderte Sonntagsöffnung für die Bundeshauptstadt steht am 4. April im Mittelpunkt der nächsten Vollversammlung der "Allianz für den Freien Sonntag", zu der auch der Wiener ÖVP-Chef Gernot Blümel als Diskussionspartner erwartet wird.

((ende)) PER/HKL 
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