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Kinderkrippen sind nichts für Babys
Prof. Steve Biddulph vom 17. Feb 2017

Kinderkrippen sind nichts für Babys von Prof. Steve Biddulph

Um herauszufinden, welche Art von Interaktion Kindern durch Betreuerinnen in Kitas zuteil wird, hat man in Betreuungszentren weltweit genaue Beobachtungsstudien durchgeführt: Mithilfe von Videokameras und Einwegspiegeln haben geschulte Beobachter die Qualität der Interaktion zwischen Betreuern und Kindern bewertet. Bedauerlicherweise sind die Ergebnisse nicht gut.

Selbst wenn Betreuerinnen und Betreuer wissen, dass sie bei der Arbeit beobachtet werden (wenn sie also vermutlich ihr Bestes geben), machen sie ihre Sache nicht so gut wie die Eltern. Es gibt weniger vertraulichen Austausch zwischen Betreuern und Kindern als zwischen Kindern und ihren Eltern, und die Interaktionen sind mechanischer, brüsker und kürzer.

In Krippen stellen die Beobachter fest, dass mehr als 50% der Kontaktversuche durch die Kinder von den Betreuern nicht wahrgenommen werden. Folglich gibt das Kind auf, starrt lustlos vor sich hin oder spielt stattdessen stur mit seinem Löffel oder einem Spielzeug. Bald versucht das Kind gar nicht mehr, einen sozialen Kontakt herzustellen. Ein geschulter Beobachter würde ein solches Kind als »deprimiert« bezeichnen.

In einer Umgebung, wo die Erwachsenen beschäftigt sind, wird dasselbe Baby vermutlich als »gut« bezeichnet und ihm wird deshalb noch weniger Aufmerksamkeit seitens der Betreuer zuteil, als wenn es sich lauthals bemerkbar machen würde. Meist versuchen Betreuer so gut wie möglich, die Eltern zu ersetzen, aber sie sind kein Elternteil des Kindes, und sie haben in der Regel keine langfristige, stabile Beziehung zu dem Kind. Kind und Betreuer nehmen nur vorübergehend am Leben des jeweils anderen teil. Es würde beide belasten, wenn sie sich zu sehr umeinander kümmerten; beide müssen zum Selbstschutz ihre Gefühle zurückhalten. Es handelt sich um einen Job mit Schichtwechsel und starker Fluktuation, daher ist es schwierig, jedes einzelne Kind wirklich in seiner Persönlichkeit kennenzulernen und Geschick im Umgang mit ihm zu entwickeln.

Die Situation in der Kinderkrippe ist niemals ein 1:1-Verhältnis von Betreuern zu Babys. Das verbietet sich aus Kostengründen. Häufig ist das Verhältnis 1:5 oder 1:6. So bekommt das Kind nur einen Bruchteil der Zeit und Energie, die es idealerweise braucht. Die Umgebung einer Krippe ist belastend für Babys und Kleinkinder. Wir wissen das, weil es sich durch Kortisoltests messen lässt. Ein Baby, das den Tag in der Krippe verbringt, zeigt häufig deutlich höhere Kortisolwerte, als wenn es zu Hause bleibt: Babys können nicht verstehen, dass ihre Mutter »in acht Stunden« wiederkommt. Sie sind so programmiert, dass sie annehmen, sie sind in Gefahr, wenn ihre geliebte Betreuungsperson sie verlässt. Ihr Körper steigert sich in eine Panik hinein. Eine empfängliche und aufmerksame Betreuungsperson kann das Baby beruhigen und dafür sorgen, dass der Kortisolspiegel wieder sinkt, aber das setzt eine gute Beziehung und reichlich Zeit voraus. Kleinkinder, die neu in die Krippe kommen, erleben in den ersten Wochen nach der Trennung von ihren Eltern vermehrten Stress. Der Spiegel sinkt mit der Zeit, aber nach fünf Monaten ist er immer noch deutlich höher als bei einem Kleinkind gleichen Alters, das zu Hause geblieben war. Eine wichtige Erkenntnis dieser Studie bestand darin, dass man nach fünf Monaten das Gefühl hatte, die Kinder hätten sich gut eingelebt, weil sie äu- ßerlich keine Anzeichen von Stress erkennen ließen. Die Kortisolwerte aber zeigten, dass sie innerlich verängstigt waren und sich nicht wohlfühlten. 

Einhellig zeigen alle KortisolStudien, dass die Kinder nach einiger Zeit den Eindruck machen, als kämen sie mit dem Stress zurecht, einfach weil sie gelernt haben, ihre innere Aufgeregtheit zu verbergen. Die Versicherung »Es geht ihnen gut!« ist aber schlicht nicht zutreffend. Professor Michael Lamb, wies warnend darauf hin, dass Kinder, die den Tag in der Krippe verbringen, am Ende des Tages mehr Zeit zur Beruhigung und Rückversicherung brauchen, um ihr Stressniveau wieder zu normalisieren. Ohne den entsprechenden Trost durch einen Elternteil kann es passieren, dass sie den nächsten Tag völlig überdreht beginnen. Professor Lamb sprach die Empfehlung aus, die Zeitdauer zu minimieren, die ein Kind in der Betreuung verbringt. Und Kindertagesstätten sollten mehr regelmäßige Ruhezeiten haben und eine friedvolle Umgebung, damit die Kinder Gelegenheit finden, sich selbst zu beruhigen. Die Kinderbetreuungsbranche verpackt ihr Produkt in rosarote Propaganda nach dem Motto: »Es geht uns allen so gut!« Kindertagesstätten tragen freundliche Namen wie »Pusteblume«, »Spatzenhaus« oder »Land des Glücks«. Die Terminologie wird ständig aktualisiert. Was in den 1970er Jahren ein Kinderbetreuungszentrum war, heißt heute in Großbritannien »Zentrum für frühes Lernen«. Was könnten Eltern mehr wollen? Traurigerweise erscheint mir das zweite Wort als eine Unmöglichkeit. Einzelne Menschen mögen sehr fürsorglich sein, aber Liebe ist das eine Ding auf der Welt, das eine Firma nicht liefern kann.

Heute ist Kinderbetreuung ein Geschäft, die Kunden sind die Eltern, nicht die Kinder. Professionelle Betreuer - so wird suggeriert - umgeben Ihr Kind mit Anregung und Förderung, vielleicht besser, als Sie selbst das könnten. Sie sind es Ihrem Kind schuldig, es in diese bereichernde, erzieherisch wie sozial wertvolle Umgebung zu schicken. Für eine unsichere junge Mutter oder einen unsicheren Vater ist dies eine höchst wirkungsvolle Botschaft — und für ehrgeizige Eltern auch. Bei meinen Recherchen habe ich mit Mitarbeitern in Kindertagesstätten weltweit gesprochen. Der Leiter einer Kindertagesstätte drückte es so aus: „Ich kümmere mich um diese Kinder, aber ich liebe sie nicht. Ich sorge für sie, aber mit der Zeit wird alles ein bisschen viel. Manchmal hasse ich sie. Es ist sehr anstrengend, hier zu arbeiten. Die Mitarbeiter wechseln ständig. Mein eigenes Kind würde ich nicht hierher bringen.“

In der Anfangszeit der Krippen und Tageseinrichtungen widmeten sich idealistische und fürsorgliche Menschen von ganzem Herzen der Aufgabe, eine positive Umgebung zu schaffen. Heute geht es in der Welt der Kindertagesstätten sehr viel mehr ums Geldverdienen, und das führt unweigerlich zu Spannungen. Manchmal wird Geld gespart, indem man ungeeignete Mitarbeiter einstellt, oder es werden aus Gründen der Kostensenkung andere Mittel gekürzt. Die Regierung versucht dieser Tendenz mit Zulassungskontrollen und Qualitätsrichtlinien entgegenzuwirken, aber das Resultat ist häufig nur eine Verschleierungstaktik. In Australien erzählten verärgerte Mitarbeiter einer Kindergartenkette von einem großen Bus, der zusätzliches Spielmaterial und weitere Mitarbeiter von einem Zentrum zum anderen fuhr, um dort jeweils wenige Tage vor einer angekündigten Inspektion einzutreffen. Wenn die Inspektion vorbei war, wurden all die guten Dinge wieder eingepackt, der Bus fuhr weiter und die Dinge liefen wie gehabt. Die Zahl der Mitarbeiter ebenso zu verringern wie Vorrat an Windeln und die Qualität des Essens, während gleichzeitig die Belegung erhöht und an der Sauberkeit gespart wird, die Mitarbeiter schlechter zu bezahlen und unqualifizierte Kräfte einzustellen — all dies sind natürliche Tendenzen, wenn es um Profit geht. Betreuung setzt ein besonderes Bemühen voraus, und häufig wird man schlecht oder gar nicht dafür belohnt. Daher bleibt die Qualität allzu schnell auf der Strecke. Die Kitanutzer wollen, dass die Betreuung billig ist, aber ein niedriger Preis und hohe Qualität passen nicht zusammen. Gute Qualität kostet viel. Wer das möchte, muss dafür bezahlen. Daran führt kein Weg vorbei.

Quelle: BIDDULPH, S.: Das Geheimnis glücklicher Babys. Heyne Verlag

 

 

 

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